Willkommen an Bord der Aplysia
Willkommen an Bord der Aplysia

Santiago de Compostelo- Gassen, Gassen, Gassen

Santiago de Compostelo- Am Eingang zur Kathedrale

Santiago de Compostelo- Spaziergang durch einen der schönen Parks dort

Vernebelte Aussichten beim Ablegen

Ein Blick über die Dächer von Muros

Gruseliger Jesus in einer gruseligen Kirche in Muros

Galizische Häuschen auf Stelzen- Wofür?

Früher wurden sie zum Trocknen des Getreides genutzt.

Ich glaube, heute trocknet die spanische Hausfrau darin ihre Wäsche.

Holger schafft Ordnung an Bord

Am Abend nach unserer Ankunft entsteht plötzlich ein neuer Berg vor unseren Augen. Sowas habe ich bis dahin noch nicht gesehen!

Unterwegs zu den Rias

 

Unterwegs in spanischen Rias (dt.: Buchten)  1.10.2017-5.10.2017

 

 

Unsere Segeltörns in diesen Tagen könnten unterschiedlicher nicht gewesen sein:

 

Von La Coruna sind wir gestartet, weil wir einfach weiter wollten und nicht, weil der Wind so günstig war. Er kam aus West und so mussten wir bei einer 3m Welle gegenan motoren. Somit wurde das Ganze eine ziemlich holprige Tour, an deren Ende ich mich fragte, ob ich wirklich für die Seefahrt geschaffen bin.

 

In der Ria de Camarinas empfing uns der Hafenmeister von Mugia. Wir sollten die Einzigen bleiben, die er empfing. Ein niedlicher Hafen, den wir ganz für uns alleine hatten. Auf einem kleinen Abendspaziergang bei lauen Temperaturen entdeckten wir, dass der Ort auch zum Verweilen einladen würde, aber wir wollten am nächsten Tag weiter.

 

Diese Segeltour war wunderbar, ein Traum! Achterlicher Wind, also von hinten, 3-4 Beaufort, Welle ebenfalls aus dieser Richtung, Sonnenschein, Delfine. Unsere „Lore“ konnte sich an diesem Tag ausruhen.

 

Bei der Einfahrt in die Ria de Muros wurden wir gleich zwei Mal positiv überrascht. Zum einen von der wunderschönen Landschaft - eine Mischung aus meiner Thüringer Heimat und der Mecklenburgischen Seenplatte. Zum anderen wechselten die Temperaturen schlagartig und wir „mussten“ sofort zu kurzer Hose und T-Shirt greifen. Was für eine Freude!

 

Der Empfang im Hafen von Muros ging dafür gleich doppelt in die kurze Hose. Ich stieg ab , um die Vorleine am Steg festzumachen, aber Holger trieb irgendwie davon. Dann kam Don Pedro ( Vielleicht hieß er so?), der Hafenmeister, und wies uns einen anderen Steg zu. Also folgte ich ihm über die Stege und Holger blieb allein an Bord.

Don Pedro fand den Namen Holger außerdem viel zu schwer für spanische Rachen und machte daraus „Juan“.

Er wäre außerdem gerne über Funkkanal 09 von uns vor der Einfahrt benachrichtigt worden. Autsch! Er setzte sein grimmigstes Gesicht auf.

Als wir ihn allerdings später im Hafenbüro wieder treffen, ist er einfach nur nett. Mit Begeisterung zeigt er uns sein kleines Reich bestehend aus Duschen, Waschmaschinenraum, Leseraum und kleinem Garten. Wir sind vor allem begeistert von dem auf unserer bisherigen Reise günstigsten Hafenpreis.

 

An diesem Tag essen wir um 19.00 Uhr unser gutes deutsches Frühstück und zählen nicht eine Kalorie.

 

 

 

Santiago de Compostela

 

Da es von Muros nur 40 km bis Santiago de C. sind und es eine tolle Busverbindung dorthin gibt, beschließen wir diese zu nutzen und uns dieses Ziel vieler Pilgerer genauer anzusehen.

Wir werden nicht enttäuscht von der beeindruckenden Altstadt mit hunderten von Gässchen, größeren und kleineren Kirchen und natürlich der berühmten Kathedrale.

Gefühlt gibt es hier alle 5m ein Cafe zum Verweilen und Bestaunen der doch sehr unterschiedlichen Besucher dieser Stadt. Wir finden, dass selbst Pilger nicht gleich Pilger ist. Da gibt es die mit Topausstattung, alles chic und outdoor-proofed und die, die es so simpel wie möglich halten im Schlabberlook.

Wir schließen uns kurzzeitig einer deutschen Reisegruppe an, um ein paar Informationen zu erhaschen. Als aber neben der Reiseführerin plötzlich die E-Gitarre eines Straßenmusikanten angeschlagen wird, verlassen wir die Truppe. Auch mit Dudelsackklängen werden wir an diesem Tag noch erfreut.

Ein Erlebnis besonderer Art haben wir bereits kurz nach unserer Ankunft.

In einem kleinen Cafe bestellen wir uns ein wirklich leckeres spanisches Frühstück. Außer uns sitzen noch 10 spanische Frauen in dem Raum und unterhalten sich lebhaft und in einer Lautstärke, die man wohl mit der auf einem deutschen Schulhof vergleichen kann. Spanier brauchen nicht so viel Zeit, um zwischen ihren Worten Luft zu holen und möchten, dass viele Menschen um sie herum an ihrem Privatleben Anteil nehmen. Im Bus auf unserer Rückfahrt telefoniert eine der Frauen und ich glaube, es geht um ihre Brustuntersuchung.

 

Alles in allem ist Santiago de Compostela in jeder Form eine Reise wert. Googelt es mal und ihr könnt verstehen, warum!!!

 

 

 

Abends gibt es noch gegrillten Oktopus und frittierten Kalmar im Restaurant. Als Holger hinterher unser Essen googelt und er mir stolz den Unterschied zwischen diesen Tintenfischen erklärt, brauche ich erst mal einen Verdauungsschnaps. Nach wie vor ziehe ich andere Nahrung vor, obwohl es nicht schlecht geschmeckt hat.

 

Muros an sich haben wir uns am nächsten Tag angeschaut, nachdem die Wäsche gewaschen ( Die wärmende Segelunterwäsche habe ich in einem ganz dunklen Schrank versteckt!!) und das Boot wieder startklar gemacht wurde. Ein schönes ruhiges Städtchen auch mit einer nicht zu verachtenden Altstadt.

 

Wir treffen im Hafen auf Finnen mit drei Kindern an Bord, das Jüngste erst ein halbes Jahr alt. Sie wollen in Südportugal den Winter verbringen. Ich habe ihnen meine Bewunderung ausgesprochen. Mit drei kleinen Kindern eine solche Reise zu machen, das ist schon eine Nummer für sich.

Ein deutsches Ehepaar mit einem kleinen Jungen an Bord hat dasselbe Ziel wie wir.

Neben uns legt das Boot einer Frankfurter Segelschule an, mit Skipper und zwei Damen an Bord. Ich sage zu Don Pedro: „Na, neidisch?“ Er grinst und findet das schon toll.

 

Ich wäre hier wirklich wirklich gern geblieben. Muros ist für mich ein Wohlfühlhafen, aber es zieht uns wieder hinaus aufs Meer.

 

Unsere nächste Fahrt findet bei Nebel und minimalem Gegenwind statt. Genau das wollten wir nicht.

Und genau einen solchen Hafen wie den in Baiona in der Ria de Baiona wollten wir auch nicht : teuer und von Möwen zugeschissen. Entschuldigung!

 

Am folgendem Tag gehts also gleich weiter bei noch dichterem Nebel und noch kühleren Temperaturen auf dem Wasser.

 

Gegen 13.00 Uhr überqueren wir die Grenze zu Portugal. Ich bin ein bisschen traurig, denn Spanien ist schon so ein Sehnsuchtsort für mich. Mit Portugal kann ich noch nicht allzu viel anfangen, bin aber trotzdem gespannt darauf.

Unterwegs in den engen Gassen der Altstadt

Und noch einmal in Stein gemeißelt

Die guten Atlantikwellen machen es möglich - Waveboarding

Herkules hatte zwar kräftige Waden, sein Schiff wäre mir aber zu klein gewesen

Der Wasserfall neben dem Opernhaus

Das Land der GROßEN Palmen

 

Die ersten Tage unter spanischer Sonne in La Coruna

 

26.09.-1.10.2017

 

 

Das Thermometer verrät es. Wir müssen in Spanien sein. Tagsüber geht es nun nicht mehr unter 20 Grad und auch die Abende sind mild.

 

 

Unsere lieben Bekannten von der „Hitchhike Heidi“ sind am Morgen nach unserer Ankunft auch in La Coruna eingetroffen. Das mussten wir mit wirklich leckerem spanischen Bier ordentlich feiern.

Am Tag danach habe ich vor mich hingekatert. Egal!

 

Was haben wir noch gemacht? Ganz ganz viele und lange Stadtspaziergänge und die ersten Bekanntschaften mit der spanischen Küche. Nach dem ersten Restaurantbesuch dachte ich schon, dass aus mir wirklich nie ein Gourmet werden wird. Irgendwie kann ich Tieren in Krusten einfach nichts abgewinnen.

Eine Muschel zum Beispiel: riesige Schale und Mini-Inhalt. Ein Krebs: ähnlich und man kommt so schwer an das wirklich Essbare ran.

Unser zweiter Versuch führte uns zufällig in ein Wohngebiet. Eigentlich wollten wir nur unseren Durst stillen, bestellten aber aus Neugierde fritierte Tintenfischstücke. Und die waren echt lecker. Dazu gab es ein Stück Zitrone und selbst gemachte Pommes. Ganz einfach und ganz gut! Und der Preis war auch überzeugend. So macht Essen gehen Spaß!

 

Ansonsten habe ich mal einige Beobachtungen in Frankreich und in Spanien miteinander verglichen:

1) Viele spanische Frauen kleiden sich für meinen Geschmack stilvoller., obwohl Frankreich doch das Modeland Nr.1 ist.

2) In Spanien wird mehr gejoggt, geskatet o.ä. wahrscheinlich für die perfekte Figur.

3) Spanische Hochhäuser tun in ihrer Bauweise dem Auge nicht so weh.

4) Ladenöffnungszeiten sind auf einmal wieder total umzudenken. Der Spanier liebt eben seine Siesta.

5) Der spanische Regen ist nicht so kalt und kommt wohl nur von oben. In Frankreich hatten wir durch den permanenten starken Wind auch Regen aus anderen Richtungen.

6) Je weiter wir uns von Deutschland entfernen, und das ist wirklich bedrückend, um so mehr bettelnde und in Mülltonnen suchende Menschen gibt es.

Diese Beobachtungen sind natürlich sehr subjektiv.

 

Eine weitere interessante machte ich in unserem Hafen. Gefühlt seit unserer Ankunft saßen dort Schulter an Schulter 6 Angler und warteten anscheinend auf den großen Fang. Abends, nachts, morgens - beim Blick aus dem Fenster saßen diese Angler dort. Ich fand das erstaunlich und lustig.

 

In La Coruna haben wir viel Zeit mit tollen Gesprächen mit Steffi, Volker, Jonne und Line von der „Hitchhike Heidi“ verbracht. Noch vor einer Woche kannten wir uns nicht und lernten uns so rasch kennen. Sie haben uns immer wieder Mut gemacht, diese Reise so weit es geht unbedingt fortzusetzen.

 

Also, weiter gehts!!!

 

 

 

 

Land in Sicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Am 2. Abend ein recht ansehnlicher Sonnenuntergang

Wir haben uns immer auf das sichere Wiedersehen am Morgen gefreut.

 

Bilanz einer Biskayaüberquerung 24.09.2017-26.09.2017

 

Noch morgens waren wir uns nicht sicher, ob wir wirklich los wollen.

Holger schaute immer wieder auf die Wetterinfos im Internet und war wegen des Tiefdruckgebietes, das weiter draußen auf dem Atlantik in Richtung Großbritannien heranrollte, beunruhigt. Ich befand mich in einer Art Trance, in der ich einfach nur alles hinnahm, was passierte, ohne noch irgendetwas entscheiden zu können.

Die Biskaya, ein berüchtigtes Seegebiet mit sich plötzlich veränderndem Wetter, mit Wellen, die besonders an der Kontinentalschelfkante bei schwererem Wetter sehr unangenehm werden können. Auf der Seekarte sind überall gesunkene Schiffe eingezeichnet. Alles irgendwie nicht gerade beruhigende Aussichten.

Letztendlich haben wir den nötigen Schubs von unseren Bootsnachbarn bekommen, die um 8.10 Uhr ihre Leinen lösten. Um 8.15 Uhr war auch Aplysia wieder frei.

Wetter: mies! Es regnete und die Sicht war sehr gering. Das Land war bald im Nebel verschwunden und die Boote um uns herum auch. „Das geht ja gut los!“, dachte ich, der Pessimist. Holger: „Das kann ja nur noch besser werden!“- der Optimist.

Es wurde auch besser. Um 10.00 Uhr hatten wir wieder unsere 1. Delfinshow des Tages. Es sollten weitere folgen. Sind diese Tierchen bei uns, fühle ich komischerweise so etwas wie mehr Sicherheit. Hat das vielleicht damit zu tun, dass ich als Kind begeistert „Flipper“ im Fernsehen geschaut habe? Dieser Delfin hat auch immer allen in Not geholfen. :)

Die Sicht nahm zu und mit ihr auch die Wellenberge. Bis zu 4m waren angesagt. Die waren es locker am 1. Tag und auch in der Nacht. Das, was abnahm und gegen Null tendierte, war der Wind. Somit liefen wir unter Motor und zwei unserer drei Segel dienten der Stabilisierung des Schiffes. Mir war es lieber, keinen Wind als zu viel davon zu haben.

In der Nacht erreichten wir den Übergang von ca.200m Wassertiefe auf mehr als 4000m. Mein Kopfkino hat sich einiges im Vorfeld dazu ausgedacht. Nichts davon traf ein. Es ging einfach alles so weiter wie vorher: rauf auf die Welle und wieder runter ins Tal. Wieder und wieder und wieder.

Die Sterne funkelten. Der Mond begleitete uns auch kurzzeitig, bevor er wieder der Sonne folgend im Meer eintauchte. Sternschnuppen erlaubten einige Wünsche. Bald war auf unserem AIS-Empfänger und Radar niemand mehr bei uns. Ganz allein saßen wir beiden Würstchen nun auf unserer so gemütlichen Aplysia und hingen unseren Gedanken nach. Irgendwann muss jeder Mensch schlafen und das bedeutete noch mehr Einsamkeit und noch mehr Gedanken. „Was ist, wenn…..?“, bestimmte Vorstellungen bewirkten eine gewisse Übelkeit bei mir und der Magenknoten verfestigte sich zeitweise. Letztendlich habe ich gegen meine schlimmen Gedanken angesungen, lauthals in die Nacht: Abba, Silbermond, Kampflieder der FDJ…… .

Am 2. Tag nahmen die Wellen etwas ab, mein Magenknoten löste sich und ich empfand so etwas wie Hunger. Gegen 17.00 Uhr unbemerkter Grenzübertritt. Wir feierten ihn mit Käsebrötchen und Cafe Ole!

Die 2. Nacht verlief unspektakulär. „Wir haben ja alles schon mal erlebt.“, sagte der Großkotz. Gegen 7.45 Uhr erlebte ich allein den Sonnenaufgang. Ich konnte Holger fast 5 Stunden schlafen lassen, denn es passierte weiterhin nichts Aufregendes. Er war ganz verblüfft, als er erwachte und es war schon hell.

Wir merkten jetzt, dass uns nicht mehr die französische, sondern die spanische Sonne schien. Also raus aus der Segelunterwäsche und rein ins T-Shirt und die kurze Hose. Endlich! Wir haben den Sommer wieder eingeholt.

Am 26.09.2017 um 16.45Uhr erreichten wir mäßig kaputt, aber sehr glücklich und nicht ohne Stolz La Coruna.

Eine recht leere und ruhige Marina erwartete uns mit allem Luxus : Strom, Dusche, Internet. Bei einem Anlegegetränk lobte ich die Ruhe vor Ort. Plötzlich tröteten gleichzeitig zwei Kreuzfahrtgiganten bei ihrer Hafenausfahrt los.

Willkommen in der Wirklichkeit des Hafenlebens! 

Hier die Erklärung zum grauem Boot in unserer Hafeneinfahrt:

Es sind Begleitboote für U-Boote, die aus Brest auslaufen.

Wenn ihr dicht heranzoomt, könnt ihr eins entdecken! 

Hier wird uns Einiges klar

Bunker an Bunker

Der letzte deutsche Vorposten oder Vollpfosten????

Schöne Aussichten

Ich hab den Farbfilm vergessen!!!

Hier haben früher die Frauen des Ortes ihre Wäsche gewaschen.

Ein Hoch auf den modernen Waschsalon!

Der erste Gang durch Camaret-sur-Mer

 

Camaret-sur-Mer 19.09.2017-24.09.2017

 

Wir haben uns eingerichtet in diesem kleinen Städtchen an der Biskaya.

Unser Hafenplatz bietet den Rundumblick auf eine bezaubernde Landschaft mit schroffen Felswänden und niedrigen Häuserzeilen. Die Sonne lacht jeden Tag und mit Temperaturen um die 20 Grad ist es nicht unangenehm.

Trotzdem sind wir nicht zufrieden und wollen morgen weiter. Wenn wir dieses Wetterfenster nicht nutzen, auch wenn es nicht optimal ist, werden wir hier noch bis Anfang Oktober warten müssen. Die spanische Wärme lockt, die angesagte Wellenhöhe allerdings schockt.

Wie haben wir die letzten Tage verbracht? Kleine Shopping - Touren erweiterten unsere Vorräte an Bord. Nachdem unser altes Fernglas bei einer Überfahrt zu Boden fiel und zerbrach, haben wir uns ein neues geleistet. Ach ja, nicht zu vergessen unser „HAWAZUZI“- eine Einkaufstasche zum Ziehen- hat uns so manchen Gang zum Supermarkt erleichtert.

Unsere Erkältungen haben wir erfolgreich mit Tabletten, Nasentropfen und Kräutertee mit Kräuterschnaps besiegt.

Unser Boot ist geputzt, die Wäsche gewaschen. Holger ist gestern noch mal zu Besuch im Motorraum gewesen. Unser angerissener Keilriemen hätte uns auf der nächsten Überfahrt wohl im Stich gelassen. Er hat ihn gewechselt. Bei Yves im Yachtshop haben wir einen Ersatzriemen bestellt, den er uns vor 10 Minuten persönlich aufs Boot geliefert hat. Toller Service!

Steffi und Volker waren bei uns zu Besuch und wir haben einen sehr netten Abend bei interessanten Gesprächen verbracht. Sie haben diese Tour vor einigen Jahren schon einmal gemacht und konnten uns mit ihren Erfahrungen Mut machen. Wir werden morgen früh den Hafen wohl zusammen verlassen.

Wir hatten außerdem Zeit für einige interessante Beobachtungen:

Schulsport wird hier wohl oft in Form von Katamaransegeln abgehalten. Täglich fuhren die Karawanen nervöser Teenager auf den kleinen Booten an unserem Hafenbecken vorbei. Der schreiende Lehrer auf dem Begleitboot gab sich dabei viel Mühe, die fröhliche Schar unter Kontrolle zu bekommen.

Der Bretone scheint Muscheln in Verbindung mit Pommes Frites zu lieben. Die Gaststättenangebote deuteten zahlreich darauf hin. Wir versuchen, auf Restaurantbesuche weitestgehend zu verzichten, einerseits um die Bordkasse zu schonen und andererseits aus Angst vor Enttäuschungen. Diese scheint auch nicht ganz unbegründet zu sein, denn Volker, unser Bootsnachbar, berichtete von seinem Muschelerlebnis auf bretonische Art. Der Geruch des Gerichts verhinderte bei ihm die Nahrungsaufnahme.

Wir haben uns hier im Fischladen frische Scholle gekauft, sie lecker gebraten. Dazu frisches Brot und ein frischer Salat. Köstlich!

Einen Tag haben wir für einen ausgiebigen Spaziergang in die Umgebung genutzt. Wir sind nicht enttäuscht worden. Der Wanderweg führte uns an der Steilküste entlang und eröffnete ständig fantastische Ausblicke auf das Meer. Wir liefen auf schmalen Pfaden mitten durch eine Heidelandschaft. Sandstrände versteckten sich in kleinen Buchten. Soweit der romantische Teil des Ausflugs. Oberhalb der steilen Abhänge reihte sich auch eine gewaltige Anzahl von großen Bunkern und Abwehranlagen aus dem 2. Weltkrieg aneinander. Dazwischen immer wieder tiefe Bombentrichter. Hier muss es wohl richtig zur Sache gegangen sein. Am Eingang zu einem Museum wurde unsere Ahnung durch eine Informationstafel bestätigt.

Gestern haben wir uns übers Internet mal ein bisschen mit aktueller Weltpolitik beschäftigt und festgestellt, dass wir uns ja schon wieder auf dem Weg zu Bunkern, Angriffs- und Abwehranlagen befinden. Donald Trump & Co machen es möglich. Haben die denn im Geschichtsunterricht masturbiert, oder was?

 

Das nächste Mal dann Meldung aus Spanien.

Hoffentlich kann ich in der kommenden Nacht schlafen. Die Aufregung knotet meinen Magen jetzt schon zusammen. Aber das gehört dazu.

 

 

 

Das letzte Kap vor der Einfahrt nach Camaret-sur-Mer

Ist der Skipper zufrieden, freut sich die Crew

Ich übe noch das Fotografieren von Delfinen

Dem Hafen von St.Peter Port vorgelagert-eine Festung

Vielleicht einen Besuch wert bei einem Wiedersehen

Auf der Bustour gesehen

Aplysia im Hafen St.Peter Port auf Guernsey

 

Annäherung an die Biskaya 15.09.-18.09.2017

 

Am 15.09. verließen wir morgens Cherbourg und eine letzte Regenwolke ergoss sich in Trauer. Wir waren nicht wirklich traurig, sind vielleicht nur etwas „hafenfaul“geworden.

Die Erinnerung an Cherbourg, sein kühles Regenwetter, nasse Füße und feuchte Klamotten wird uns auch die nächsten Tage noch bleiben, denn wir haben uns beide einen saftigen Schnupfen eingehandelt.

Unser nächstes Ziel, Guernsey, war gut berechnet. Mit anfänglicher Gegenströmung hatten wir eine kappelige Ausfahrt aus dem Hafen von Cherbourg. Am „Kap Le Hague“ hatten wir dann die Strömung zwar mit uns, aber, wie bereits beschrieben, sind die Kapwellen noch mal etwas ganz besonders Schnuckeliges, vor allem, wenn man den nicht so vorhergesagten strammen Wind noch von vorn gegen sich hat.

So sieht also der Whirlpool aus, wenn er richtig brodelt“, dachte ich mir und mein Magen dachte sich: „ Nur gut, dass sie mich noch nicht gefüllt hat.“

Dann tauchte auch schon die erste der britischen Kanalinseln vor uns auf: Alderney. Unser Ziel, St Peter Port auf Guernsey, kam auch bald in Sicht und wir erreichten es pünktlich bei Hochwasser. Das bedeutete, wir mussten nicht an die Wartepontons außerhalb des Hafenbeckens, sondern konnten gleich über das Sill einfahren.

Das mussten wir auch nicht alleine bewältigen. Auf einem kleinen Schlauchboot kam Unterstützung durch das Hafenpersonal. Die erste Frage des netten Herrn an Bord: „Have you got animals on board?“ konnte verneint werden. Ausländische Tiere dürfen die Inseln der Briten nämlich nicht betreten. Davon hatten auch schon unsere holländischen Nachbarn mit Katze in Cherbourg berichtet.

Nächster Satz des Briten: „Follow me.“ Holger war ganz begeistert: „Das verstehe ich! Ist doch das Lieblingslied meines Vaters von Amanda Lear.“

Um 16.00 Uhr gab´s dann Frühstück und nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt ging es früh ins Bett. Holger mit 38,5 Grad Fieber.

Die britischen Kanalinseln, obwohl sie mitten in einer französischen Bucht liegen, sind so ein bisschen aus allem heraus gefallen: nicht in der EU, eigenes Geld, eigene Regierung, andere Zeitzone. Das bedeutete für uns: Zeiten anders berechnen, Geld tauschen und keine Anrufe, da wieder Roaming-Gebühren anfallen würden.

Es bedeutete auch, dass man eine Zollerklärung ausfüllen muss, z.B. über die Ein- und Ausfuhr von alkoholischen Getränken. Eins ist sicher, wir hatten ein bisschen weniger an Bord als wir wieder abfuhren im Vergleich zu unserer Ankunft. Niemand hat meine NULL-Angabe auf dem Papier kontrolliert. Glück gehabt!

Unser Tag auf Guernsey reichte aus, um mit einem Linienbus für 1Pfund pro Person eine Inselrunde zu drehen. Diese Idee teilten wir allerdings mit ganz vielen Touristen. Guernsey wird auch von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Und so standen wir in der Warteschlange und durften nach einer Stunde endlich in einen der Busse einsteigen.

Abends bekam Aplysia noch frischen Diesel in den Tank. Da hat sie sich aber gefreut, vor allem über den angenehmen Preis!

Da rund um unseren Hafen zahlreiche Telefonzellen standen, hatte ich den nostalgisch genialen Plan, die letzten Pfund für ein Telefonat nach Deutschland zu nutzen. „Wie früher! Anrufen aus der Telefonzelle!“ Ja, war wohl früher auch mal möglich. Auf jeden Fall fiel das Pfund oben rein und purzelte unten wieder raus und die Leitung blieb tot. Schade, war irgendwie eine schöne Idee.

Auch Guernsey war wohl traurig und weinte etwas bei unserem Abschied. Der sich anschließende Tag auf dem Wasser allerdings war mit wenig Wind und Welle bei strahlendem Sonnenschein ein Genuss. Zu unserer Freude begleiteten uns immer wieder Delfine. Den ersten hatten wir schon bei unserer Einfahrt in den Hafen von Guernsey gesehen. Unter Motor kommen die Tiere dem Boot nicht ganz so nahe. Das sollte sich am nächsten Tag ändern.

Die Nacht verbrachten wir wieder im Land von „Klodette und Baguette“ in der Marina von Roscoff. Wir hatten wenig Lust, auf diesen Zwischenstopp zu verzichten, denn bis zur Biskaya mussten wir noch ein paar Kaps umrunden.

Somit ging es mit einsetzender Dämmerung am nächsten Morgen auf unsere letzte Etappe vor der Biskaya. Der Wind kam endlich mal aus der richtigen Richtung, sodass wir Segel setzen konnten und unsere Lore, so heißt unser leistungsstarker Motor, mal Pause hatte.

Und dann um 10.00Uhr passierte es: Delfinshow. Sie kamen zu viert und begleiteten uns ca.1 Stunde. Immer wieder tauchten sie unter unserem Schiff hindurch. Mal links, mal rechts schossen sie aus den Wellen heraus und glitten wieder ins Wasser hinein. Was für eine Freude! Einfach nur Glücksmomente!

Die Bretagne empfängt uns bei bestem Wetter, angenehmen Temperaturen und herrlichen Landblicken. Vor unserer Hafeneinfahrt empfängt uns ein graues Boot. Zuerst war es gar nicht zu erkennen, da die Felsen dahinter auch grau waren. Ich stehe schon am Funkgerät bereit, weil ich mit einer kurzen Befragung rechne, aber nichts passiert. Auch gut!

Der Hafen von Camaret-sur-Mer empfängt uns voll und international. Hier liegen viele, die gerade aus Spanien zurück gekommen sind oder wie wir noch recht spät im Jahr dorthin wollen. Hier treffen wir auch Steffi, Volker und ihre zwei Kinder aus Deutschland wieder. Sie haben mit ihrer „Hitchhike Heidi“ ein ähnliches Ziel wie wir. Von ihnen bekamen wir auf Guernsey auch den Tipp mit diesem Hafen, der sich als sehr gut erweist. Danke dafür! 

Paris und seine Autos

Selbst ein gut ausgebautes U-Bahn Netz kann den täglichen Exodus nicht verhindern

Paris und sein Eiffelturm

Der Blick von oben auf Cherbourg

 

 

Cherbourg 8.09.2017-14.09.2017

 

I´m singing in the rain“

 

Der Wetterfrosch hat Fieber. Er klettert einfach nicht mehr auf seine Leiter.

Somit lagen wir hier fest mit Regengüssen, Regenschauern und Nieselregen. Und immer den Wind aus der falschen Richtung: Westen/Südwesten.

Manche Tage haben wir mit Nichtstun und Lesen verbracht.

An anderen sind wir ein bisschen umher gelaufen. Unsere Touren haben uns in kleine, liebenswert angelegte Parks geführt. Ein ehemaliger Bürgermeister von Cherbourg liebte es, exotische Pflanzen zu sammeln und hat sein Grundstück nach seinem Tod zu deren Ausstellung der Öffentlichkeit überlassen. Nett von ihm!

Oberhalb von Cherbourg befindet sich auf einem Felsen ein ehemaliges Fort. Auch die Deutschen haben es im 2. Weltkrieg als Verteidigungsanlage genutzt. Heute ist das „Musee de la Liberation“ darin untergebracht. Die Franzosen haben darin das Andenken an die Befreiung Cherbourgs durch die Alliierten bewahrt. Ganz interessant. Wir haben vor allem den grandiosen Ausblick über die Stadt von dort oben genossen.

Ich hätte so gerne mal ein Chateau, also in meiner Vorstellung ein Schloss, besichtigt. Aber wir finden einfach nicht zusammen. Auf unserem Stadtplan ist das „Chateau des Ravalet“ eingezeichnet. Also haben wir uns auf den Weg gemacht. Nach ca.5km haben wir dann aufgegeben zu suchen, als wir mitten in einem Neubaugebiet mit riesigem Schulkomplex standen. Vielleicht Fügung? Ich suchte ein Schloss und fand eine Schule?

Der Höhepunkt unserer Ausflüge sollte eine Zugfahrt nach Paris werden. Eigentlich wollten wir am Dienstag fahren und hatten im Kopf schon alles klar. Als wir dann die Fahrkarten am Montag kaufen wollten,war unser Zug auf einmal gestrichen. Die Erklärung der Fahrkartenverkäuferin: Paris streikt. Also verlegten wir unseren Plan auf Mittwoch und schickten noch ein Stoßgebet gen Himmel, dass die Wetterprognosen mit Regen nicht eintreffen. In Paris angekommen sah auch alles noch gut aus. Wir waren voller Energie und wollten die Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden, da wir die Preise für eine Stadtrundfahrt nicht für logisch erachteten. Zum Glück entdeckten wir ein preiswerteres Angebot für einen sogenannten „Hop on-Hop off Bus“ mit deutschsprachigen Erklärungen per Ohrstöpsel. Wir saßen noch nicht ganz im Bus und hatten uns eingestöpselt, da wurden wir schon wieder von oben begossen. Zuerst ganz wenig, dann zunehmend. Wir planten einen „Hop off“ am Eifelturm und einen in Notre Dame. Wir änderten unsere Pläne und stiegen nur am Turm aus. Dafür haben wir die Busrunde zwei Mal mitgemacht. In der Wiederholung festigt sich Erlerntes. Das weiß jeder Lehrer. Also, nun wissen wir etwas mehr über den Louvre, Arc de Triomphe, Champs Elysees und andere wirklich sehenswerte Orte. Wir wissen nun auch, dass wir diese Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu Fuß niemals bewältigt hätten. Somit war die Bustour schon die total richtige Entscheidung.

Wir haben die Rush-Hour hautnah erlebt. Dagegen ist in Berlin oder Hamburg zu diesen Zeiten wohl noch zügiger Verkehr. Wir steckten in 3-er,4-er oder 5-er Reihen irgendwo mittendrin fest und es ging erst mal nichts mehr. Ich bin überzeugt, dass ein Pariser mit spätestens 60 seinen Führerschein freiwillig in ein Jahresticket für U-Bahn und Bus eintauscht. Das geht gar nicht!

Nach einem Steak, das sich als Hacksteak entpuppte, und französischem Bier ging es wieder zurück nach Cherbourg zu unserer Aplysia, die uns freudig wieder in sich aufnahm.

Heute war ein Vorbereitungstag, denn morgen wollen wir weiter. Guernsey, eine der britischen Kanalinseln, ist unser nächstes Reiseziel. Die entsprechende Gastlandflagge liegt schon bereit.

Palmenidyll bei 15 Grad

Ohne Worte

Am "Cap de La Hague"- wir werden es demnächst auch vom Wasser aus sehen

Eine Personenfähre auf vier Rädern

Was für ein Fahrzeug hat uns denn hier überholt?

Mit dem Ford fuhren wir fort

 

Cherbourg 3.09.2017 - 7.09.2017

 

Im Land der Hohlwege, Hecken und Hortensien

 

Wir haben uns häuslich eingerichtet. Die Wettervorhersage zwingt uns dazu. Der Wind zunehmend und beharrlich aus West / Südwest, die Wellenhöhen steigend.

Somit ist unser Hafenplatz für eine Woche bezahlt. Heute haben wir uns einen Mietwagen für drei Tage geholt. Ein Heizkörper wurde auch angeschafft. Es sind nicht nur die Temperaturen von 16-20 Grad, die uns zu diesem Kauf animierten. Es ist auch die Feuchtigkeit.

Schon am Tag nach unserer Ankunft nur Regen. Ein Gammeltag, an dem Holger geschlafen und ich viel gelesen habe. Bin schon beim zweiten englischsprachigen Buch, immer düstere Thriller, aber sehr spannend. Man kann die Bücher in den Häfen einfach tauschen. Sehr praktisch!

Von der Stadt haben wir an diesem Tag nur wenig gesehen. Positiv: Hier wachsen Palmen außerhalb von Pflanzkübeln. Das Baguette von der netten Verkäuferin um die Ecke ist besonders lecker.

Der 4. September war ein besonderer Tag: der 1. Schultag in Parchim, also eigentlich wieder „mein 1. richtiger Arbeitstag“. An diesem Tag, liebe Kolleginnen und Kollegen war ich viel in Gedanken bei euch. Nicht dass ich Krokodilstränen wegen meiner Abwesenheit geweint hätte, aber das Gefühl, nicht pünktlich um 8.00 Uhr den Unterricht eröffnet zu haben, war schon sehr seltsam. Fehlt mir die Arbeit? Ich habe bisher kaum Zeit gehabt, um ausreichend darüber nachzudenken. Viel zu stark sind die Eindrücke, die man hier jeden Tag verarbeiten darf.

Ein Highlight des Tages: Wäschewaschen und Wäschetrocknen innerhalb von einer Stunde dank Großraumwaschmaschinen. Ein langer Spaziergang führte uns danach durch Cherbourg. Die Stadt ist sehr lebhaft und laut. Endlose Autokarawanen scheinbar in jeder Straße. Franzosen scheinen das allerdings anders zu empfinden. Es gibt sie, die zahlreichen kleinen französischen Straßencafes. Aber wo sind sie? Genau, an den Straßen mit den vielen Autos. Ich weiß nicht, auf welchen Durchgang die Einheimischen schalten, wenn die sich in diese Cafes setzen. Wir haben das nicht geschafft.

Interessant ist vielleicht, dass in Cherbourg die Titanic anlegte, bevor sie ihrem traurigen Ende entgegen fuhr.

Außerdem war Cherbourg am Ende des 2.Welkrieges die erste von den Alliierten befreite Stadt in Frankreich und durch ihren Hafen kam der Nachschub an Soldaten und Material aus England. Und wir können sagen, dass dieser Krieg hier ganze Arbeit geleistet hat, denn eine geschlossene Altstadt mit schönen alten Häuserfassaden haben wir leider nicht mehr gefunden.

 

3.Tag in Cherbourg: Nach mehr als 6 Wochen wieder in einem Auto zu sitzen, fühlt sich doch immer noch vertraut an. Den Ford Focus haben wir heute für nicht wenig Geld in Besitz genommen. Er brachte uns in hübsche Küstenorte und auch ein Stück weit ins Hinterland. Ich hatte schon etwas Sehnsucht nach dem Landleben. Gezeitenunabhängige Häfen, wie wir sie für unsere Reise bevorzugen, sind leider meist nur in großen Städten. So habe ich mich heute über viel Grün, Kühe und Pferde, wenige Menschen und wenig Autoverkehr sehr gefreut.

In einem dafür berühmten Ort wollten wir zum ersten Mal Austern essen. Die Köche in den Gaststätten hielten allerdings gerade französische Siesta. So landeten wir bei Baguette in einem Straßencafe. Beim Hinsetzen blickte ich plötzlich in vier mir bekannt vorkommende Augen. Unsere holländischen Bootsnachbarn mit Katze saßen neben uns. Sie waren in den dortigen Hafen weitergereist auf ihrem Weg nach Hause. Was für ein Zufall! Und so bekamen wir Gelegenheit, uns zu unterhalten, was wir in Cherbourg nicht geschafft hatten. Übrigens, zwei Mutmacher, Zitat: „Wenn ihr das hier geschafft habt, dann sind die Biskaya und die Atlantiküberquerung auch kein Problem für euch.“

Danke schön und schau´n wir mal!

Noch ein Tageshighlight: Einkauf bei ALDI. Ich liebe es!

 

4.Tag in Cherbourg: Gestern ging es von Cherbourg in Richtung Osten, heute entschieden wir uns für Küstenstraßen gen Westen. Das ist genau die Richtung, in die wir irgendwann weiter wollen. Also war der Blick über die Klippen besonders interessant für uns. Er verriet uns, dass eine Weiterfahrt im Moment wirklich nicht klug wäre.

Die Steilküste ermöglichte immer wieder faszinierende Ausblicke. Mit Farn bedeckte Abhänge machten alles grün. Enge Hohlwege mit hohen Hecken an beiden Seiten führten uns von einem idyllischen Dorf im echt französischen Stil ins nächste. Ich habe noch nie eine solche Hortensienpracht gesehen, wie sie hier überall gedeiht. Kleine Äcker mit kleinen Kuhherden zogen an uns vorüber. Alles sehr beruhigend und einfach. Kein Schnickschnack!

Immer wieder auch Sandstrände. An einem von ihnen machten wir einen langen Spaziergang mit Rückenwind.

Als der kleine Hunger kam, gab es Schweinsohren. Gebäck können die Franzosen und sind doch in der Überzahl rank und schlank. Sie fahren auch sehr gerne und schnell Auto und trotzdem kaum Fettansatz. Wie geht das?

An diesem Abend sind wir noch vor dem Abendessen kurz mal eingeschlafen. Irgendwie waren wir knülle. Wovon? Keine Ahnung.

Übrigens: Hier wachsen auch überall Palmen. Bisher war diese Pflanze bei mir immer im Zusammenhang mit Wärme abgespeichert. Wie habe ich mich immer beim Blick aus dem Flugzeug bei der Landung in einem südlichen Land über den Anblick der ersten Palme gefreut. Und auch hier: Welche Freude! Aber diese Palmen brauchen anscheinend weniger hohe Temperaturen.

 

5.Tag in Cherbourg: Heute ging es in Richtung Süden. Am interessantesten war der Besuch eines Hafens, in den man nur bei Hochwasser einlaufen kann. In unmittelbarer Nähe wurde unserer Meinung nach gerade ein Atomkraftwerk errichtet. Der Spanier, mit dem wir uns auf Englisch beim arabischen Friseur über französische Atomkraftwerke unterhalten haben, sagte, dass es 26 davon bereits gibt. Die Franzosen sind da wohl sorglos, obwohl wir auch in einem Fenster eine Anti-Atomkraft-Fahne wehen sehen haben. Einer muss ja den Anfang machen!

Heute gab es Gulasch mit Knödeln, selbst gekocht natürlich! Lecker!Ein Highlight!

Ein Riesentanker verstopft die Hafeneinfahrt

Le Havre, Weltkulturerbe

Die "Bunker" der Franzosen, hoffentlich genauso stabil gebaut wie die der Deutschen 

 

Überfahrt Dieppe-Le Havre-Cherbourg 1.09.2017-2.09.2017

 

Diese beiden Überfahrten waren immer gegen den westlichen Wind und somit nur mit

 

Zuhilfenahme unseres kräftigen Motors so gut zu bewältigen.

 

Verlässt man Dieppe in Richtung Westen ist die Küste wie folgt zu beschreiben: Kreidefelsen-

 

Dorf-Kreidefelsen-Atomraftwerk-Kreidefelsen-Hafen-Kreidefelsen-Dorf………………

 

In Le Havre erwartete uns wieder Berufsschifffahrt mit riesigen Tankern, aber auch eine

 

Marina, die voll mit Großsegelschiffen war. Man feierte dort irgendein Jubiläum. Die

 

Stadt selbst wird als „Manhattan am Meer“ bezeichnet. Sie wurde im 2. Weltkrieg zu

 

80% zerstört und danach als Vorzeigeprojekt quadratisch, praktisch, ?, wieder

 

aufgebaut. 2015 wurde sie sogar in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Ich bin

 

jetzt mal ganz frech und schlage vor, Berlin-Marzahn sollte das durchaus auch mal

 

versuchen. Die Chancen stehen vielleicht gar nicht so schlecht.

 

Uns hat dort nicht wirklich etwas aufgehalten und so ging es am nächsten Morgen früh weiter.

 

Anfangs hatten wir noch viele große schnell fahrende Riesen um uns. Dann wurde es ruhiger

 

und durch die günstige Strömung ging es rasch voran. Wir mussten zwei Kaps umrunden und

 

an diesen Stellen passierte etwas sehr Merkwürdiges mit der See. Sie fing an zu brodeln wie

 

in einem Whirlpool. Bei wenig Welle faszinierend, bei viel Welle vielleicht sehr unangenehm.

 

Abends kamen wir ziemlich knülle in dem ruhigen Hafen von Cherbourg an. Auf unserem

 

holländischen Nachbarboot empfing uns interessiert eine Katze. Uns interessierte deren

 

Bootswaschanlage in Form von drei großen Fischen. Sie knabberten sich genussvoll am

 

Rumpf der Holländer entlang.

 

Vorm Schlafengehen noch ein Blick aufs Wetter: Die Prognosen sind einfach nur mies!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischenbemerkung: Mutmacher und Mutnehmer

 

Schon vor unserer Reise habe ich einige Menschen, denen wir von unserem Plan

 

erzählt haben, in diese beiden Gruppen einteilen können. Und auf unserer Reise

 

setzten sich diese Begegnungen fort.

 

Ich bin leider sehr empfänglich für jede Art von Bedenken, aber zum Glück auch

 

umgekehrt von Worten wie: „Das schafft ihr. Da habe ich gar keine Zweifel dran.“ (Zitat:

 

unser Sohn) oder „ Das wird toll. Segeln mit Gezeiten ist keine Hexerei.“ ( Zitat: Tommi

 

&Heike, Seglerfreunde )

 

Wenn man sich jetzt unterwegs in den Häfen mit anderen Seglern unterhält, die aus

 

entgegengesetzter Richtung kommen, hört man immer wieder, was man alles gesehen

 

haben muss, weil es einfach toll ist und dann kommt oft das „ABER!!!“. Das Gespräch

 

setzt sich fort mit Berichten von meterhohen Wellen, kaum zu bewältigenden

 

Hafeneinfahrten, falschen Strömungen, …..- und mein Hirn spinnt sich eifrig ein Netz

 

aus diesen Gedanken in Verbindung mit Geschichten, die man gelesen hat und

 

Revierführern, die ja auch vor dem Schlimmsten warnen.

 

Sicherlich gibt es dieses Schlimmste und man sollte auch nicht jeden gut gemeinten

 

Rat in den Wind schlagen, aber wir versuchen das Risiko zu minimieren. Die Zeit, die

 

wir diesmal für unsere Reise haben, gibt uns die Möglichkeit dazu. Auf unseren

 

bisherigen Törns mussten wir immer zu einer bestimmten Zeit wieder an einem

 

bestimmten Ort sein. Diesmal fällt dieser Druck weg. Den einzigen Druck, den wir jetzt

 

verspüren, ist der Jahreszeitendruck. Es wird kühler, die Tage werden kürzer, der

 

Herbst ist meist stürmischer.

 

Ein Hoch auf alle Mutmacher! 

Deutsche Bunker halten ewig!

An den Wänden einer kleinen Kirche wird auf Steintafeln allen auf See Gebliebenen gedacht; wir haben auch die Jahreszahl 2016 mehrfach gelesen

Geschwommen wird hier nicht nur im Meer

Enge Gassen mit Boutiquen und vielen anderen kleinen Geschäften in der Altstadt laden zum Bummeln ein

 

Dieppe, Normandie 29.08.-31.08.2017

 

Wetterbedingt sind wir nun doch schon etwas länger an diesem Ort als ursprünglich geplant. Die Elemente Wind und Wasser sind im Moment nicht für uns.Wir hatten in den vergangenen Tagen Temperatursprünge von 30 Grad bis zu 15 Grad Tagestemperatur, von 0 Wind auf sehr viel Wind, von 0 Welle auf 2m Welle. Im Hafen haben wir den dadurch entstandenen Schwell zu spüren bekommen. Unser Boot schaukelte mächtig. Auf dem Rummelplatz hätte man für dieses Hin und Her, Vor und Zurück viel Geld bezahlt. Nachts weckte mich Holger plötzlich mit dem Satz: „Hast du den Motor an? Wir müssen mal kontrollieren gehen.“ Er träumte, dass wir segeln. Kein Wunder!

Was macht ein Seemann, wenn er nicht auf See ist? Keinesfalls kommt Langeweile auf. Ein Spaziergang führte uns in einen französischen Baumarkt. Holger nutzte die Gunst der Stunde und kaufte zwei Lampen, die er dann auch gleich verbaute. Somit war er beschäftigt. Ich nutzte die Gunst des anfänglich guten Wetters, um Wäsche zu waschen- ganz ohne Technik, nur mit der Hand. Erstaunlich!

Man kann lesen, etwas Schönes kochen, ausschlafen.

Spaziergänge führten uns in die Altstadt, die sehenswert ist. Französisches Flair mit kleinen Straßencafes, Delikatessengeschäften mit Wein, Schokolade, Käse, Fisch………

Außerdem atmet die Stadt auch überall Geschichte aus. Alte Kirchen und interessant gebaute Backsteinhäuser laden zur näheren Betrachtung ein. Die Normandie bringt man natürlich auch sofort mit dem 2. Weltkrieg in Zusammenhang. Infotafeln und Ausstellungen erinnern an die Besetzung durch die Deutschen und einen Befreiungsversuch durch Kanadische Soldaten im Jahr 1942.

Unser heutiger Gang durch die Stadt hatte noch einen weiteren Höhepunkt: den Besuch eines arabischen Friseurs. Da dieser sehr gründlich ans Werk ging, hatten wir genügend Zeit zur Betrachtung seiner Arbeit und eine nette Unterhaltung mit einem ebenfalls wartenden Spanier war auch noch drin. Er erzählte, dass er im nahegelegenen Atomkraftwerk arbeitet. Da er aber von der Nachtschicht kam, gähnte er unablässig.

Das Ergebnis unseres Friseurbesuchs kann sich meines Erachtens sehen lassen. Mit mir ist er zwar wenig zimperlich umgegangen, aber ich gefalle mir gut.

Morgen soll es nun weiter gehen. Wir müssen den Sommer wieder einholen!

Auf unserer Fahrt nach Dieppe sehen wir die Sonne aufgehen

Es wird dunkel im Hafen von Bolougne-Sur-Mer

 

Salut Frankreich ! 27.08.-29.08.2017

 

Vor 2 Tagen haben wir wieder eine Grenze überquert. Nicht nur zwischen 2 Ländern, sondern auch zwischen verschiedenen Küstenarten, Küstenbebauungen und Lärmpegeln.

Plötzlich haben wir keine flachen Sandstrände mit hohen Betonbauten mehr im Visier, sondern die Küste wird steil, manchmal felsig, manchmal sandig mit Dünen, kleinen Häusern, Dörfern - eine Wohltat fürs Auge. Allzu viel davon sehen wir aber erst einmal nicht, weil nach ein paar Seemeilen vor der Küste alles im Dunst verschwindet. Fast wie bei einer Fahrt durch die Nacht, nur dass die Sonne scheint und der Wind so gut wie nicht vorhanden ist. Also laufen wir unter Motor.

In Bolougne- Sur-Mer werden wir mit Klaviergedüdel und Liveband empfangen. Die Liveband hört sich klasse an. Die Klavierspieler allerdings müssen noch üben. ( Entlang der Pier sind alte Klaviere aufgestellt. Jeder darf darauf herumhämmern. )

Bei einem Abendgang in Richtung Stadt finden wir die Altstadt nicht und beenden diesen Ausflug frühzeitig, aber nicht ohne das 1. echt französische Baguette in der Tasche. Im Land der Weintrinker sprechen auch wir diesem Getränk abends ordentlich zu. Am nächsten Tag muss ich dafür leiden.

Der neue Tag dann führt uns wieder mit sehr wenig Wind in Richtung Süden. Plötzlich taucht aus dem Dunst ein größeres Boot auf und hält direkt auf uns zu, ohne ein Zeichen auf unserem AIS Empfänger zu hinterlassen. Seltsam, aber bald erklärbar. Der Zoll wollte sich über Funk mal bei uns erkundigen, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir für wie lange wollen. Ein kleiner Aufreger während der doch sehr unspektakulären Überfahrt.

Nachmittags sind wir in Dieppe, eine Stadt in der Normandie. Kreidefelsen umschließen den Hafen, der mitten in der Stadt mit entsprechendem Geräuschpegel liegt. Trotz allem gemütlicher als der vorherige, wo rund um das Hafenbecken riesige Wohnsilos standen.

Unsere Aplysia im Hafen von Nieuwport

Mastsalat- aber wir hatten den Luxusplatz fürs Bad in der Nordsee

Auch eine Art des Reisens- nicht unsympathisch

Entdeckt auf unserem Spaziergang durch das durchaus sehenswerte Nieuwport

Ein Riese am Hafenausgang von Zeebrügge

Der endlose Sandstrand der Belgier

Auf der Seebrücke von Zeebrügge

Auch eine Fahrt im Riesenrad ist möglich

 

Niederlande / Belgien 23.08.2017-27.08.2017

 

Immer donnerstags gibt es im NDR die Sendungen „MARE TV“. Die Berichte von den Küsten der Welt haben uns oft in ihren Bann gezogen und wir träumten uns dorthin.

An einen dieser Filme kann ich mich noch gut erinnern. Es ging darin um die Niederländische und Belgische Nordseeküste. Ein geradezu endloser Sandstrand, an dem sich große Seebäder wie an einer Perlenkette auffädeln. Markant ist die aufdringliche Bauweise. Hochhäuser prägen das Bild und machen es nicht besonders reizvoll. Immer wieder auch große Industriehäfen.

Ein bisschen weiter im Hinterland parallel zur Küste verläuft eine Straßenbahnlinie, um deren Fahrer es in bereits angesprochener Sendung ging. Es ging um ihre Liebe zu gerade dieser Straßenbahnlinie, die immer wieder den Ausblick aufs Meer frei gibt.

 

Wir haben die Niederlande nach 195 Seemeilen (= 2Tage und 1Nacht auf See) am 23.08. glücklich und stolz erreicht. Der Hafen von Scheveningen schluckte uns um 15.30 Uhr. Eng an eng liegen hier die Gästeboote und man hat immer einen Nachbarn, an den man sich ankuschelt.

Für uns brauchte es am Ankunftstag nur noch ein Anlegebier und 2 Scheiben Brot. Dann fielen wir müde ins Bett.

Scheveningen erkundeten wir am nächsten Tag, nachdem ich zum 1. Mal in meinem Leben einen Wäschetrockner bedient hatte. Ich hatte immer Angst vor schrumpfender oder sich auflösender Wäsche, aber nichts dergleichen passierte. Ein voller Erfolg! Ich werde es wieder tun.

Also, Scheveningen- die Badewanne und Vergnügungsmeile von Den Haag. Endlos der Strand, übergroß und belebt die Seebrücke. Hier kann man sich übermütig an einem Band befestigt in die Tiefe stürzen oder an Seilen hängend über die Seebrücke schießen oder wie wir eine große Portion Pommes genehmigen. Haben die Niederländer nicht dieses Leckerchen erfunden? Wir ließen sie uns von einem mehrfach ausgezeichneten Pommesmeister zubereiten- so stand es an seinem Laden geschrieben. Sie waren gut.

Mein 1. Einkauf mit Holger in einem ausländischen Supermarkt beendete unseren Strandspaziergang. Ich hasse es, in mir unbekannten Supermärkten nach bestimmten Dingen zu suchen. Schon in Deutschland fühle ich mich davon herausgefordert. Im Ausland und dann noch mit einem Mann im Schlepptau, dem Einkaufen so etwas von schnuppe ist, macht diesen Plan zu einer Meisterleistung. Mich bewegen Fragen wie: Was ist eigentlich was? Was kostet wieviel? Was liegt wo? Als Holger sich auf die Suche nach Butter begibt, verschwindet er spurlos. Der Gedanke, ihn ausrufen zu lassen, kommt mir nicht ganz unbegründet.

Mit Blasen an den Füßen und gefüllten Taschen kehren wir zu unsrer Aplysia zurück.

 

Belgien unterscheidet sich auf den ersten Blick vom Wasser aus nur wenig von den Niederlanden.

Wir hatten uns den Hafen von Zeebrügge ausgesucht. Auf der Karte sah er schon groß aus, in Wirklichkeit aber war er gigantisch: Tanker, Containerschiffe, Kreuzfahrtschiffe, Marine, Fischer, Baggerschiffe, Fähren und dazwischen Sportboote so wie wir. Ohne Funkabsprache ist hier nichts möglich. Wir waren wie hypnotisiert bei der Einfahrt in den Hafen, sodass wir den großen Frachter, der auf uns zuhielt, gar nicht für voll nahmen. Der spürte das wohl und versetzte uns einen riesigen Schreck, indem er laut hupte.

Zeebrügge selbst bietet wenig von Interesse. Ein dickes goldenes Schwein und ein überdimensionierter weißer Hase als Balkondeko kamen mir etwas seltsam vor. In der örtlichen Kirche feierte der ansässige Klöppelverein mit Sektempfang.

Abends dann plötzlich füllte sich der ganze Hafen mit quirligen und gut gelaunten Menschen. Was geht da ab? Ich fragte und erhielt die Antwort: Das letzte Feuerwerk des Jahres. Das machte uns deutlich, dass es bereits Ende August war und wir weiter mussten, wenn wir unserem Ziel näher kommen wollten. Wir verwarfen den Plan, uns die mittelalterliche Stadt Brügge anzuschauen und liefen Nieuwport an. Das ist ein reiner Sportboothafen mit 3 Marinas und wahrscheinlich tausenden von Segelyachten und Motorbooten- Wahnsinn! Ein schöner Platz am Besuchersteg machte es uns möglich, ein Bad mit anschließender Schlauchdusche zu nehmen. Herrlich bei 27 Grad Außentemperatur! Dazu noch ein leckeres Essen und ein gekühltes Getränk: La dolce vita!

 

 

Helgoland- von der Düne aus fotografiert

Die Robben auf der Düne am windgeschützten Südstrand wollten nicht robben

Die Lange Anna, ein berühmtes Postkartenmotiv-berechtigt!!

Auge in Auge mit den Lummen

Krabbenfischer im Wattenmeer :

Auf Helgoland gab es keine Krabbenbrötchen, weil die Krabbe im Moment wohl so teuer im Einkauf ist!?

 

Helgoland 18.08.2017- 22.08.2017

 

Oh, ich hab solche Sehnsucht.

Ich verlier den Verstand.

Ich will ganz schnell auf die Nordsee.

Ich will sofort nach Helgoland.

 

Diese Eigenversion des bekannten Liedes sang ich bereits in Barhöft. Und nun sind wir schon ein paar Tage auf dieser sehr speziellen Insel. Wir wettern starken Wind aus der falschen Richtung, hohe Wellen und Regenschauer ab.

 

Wenn mir bisher von Helgoland etwas erzählt wurde, so ging es dabei um Felsen und Lummen. Es ging um hohe Wellen und kotzende Touristen, die in kleinen Booten an Land gebracht wurden und weder Felsen noch Lummen zu Gesicht bekamen, weil ihr Aufenthalt in der Krankenstation der Insel endete.

 

Wir wurden am 18.08. morgens um 10.00 Uhr im wahrsten Sinne in den Hafen hineingeschubst. Die Welle war so schaukelig, dass wir zum Schluss unserer Reise noch einmal ins Schwitzen gekommen sind.

Beide total übermüdet und glücklich haben wir den Rest des Tages erst einmal verschlafen. Nach 24 Stunden ohne Nahrung gab es dann nachmittags um 16.00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit lecker Frühstück. Bei einem Abendspaziergang zeigte sich, dass ich immer noch nicht so ganz bei mir war, denn an der Hafenkante hätte es nach einem Stolperer fast Platsch! gemacht. So machte es nur Plumps.

 

Holger musste am nächsten Morgen erst einmal für die Trockenlegung unserer Matratzen sorgen, denn irgendwie war da etwas undicht. Für meinen Bastler kein Problem.

Der Nachmittag gehörte der Wellness. Helgoland hat ein sehr schönes beheiztes Meerwasserschwimmbad mit Saunen und Whirlpool. Für relativ kleines Geld ( zum Vergleich: 1 Mal Duschen im Hafen kostet hier 4,00 Euro) kann man hier mit wenig Menschen um sich herum relaxen.

Und irgendwie hatten wir auch die 16.00 Uhr Vorstellung mit gebucht:

 

Vier Leute sitzen in der Sauna. Einer kommt dazu und möchte sich genau dorthin legen, wo bereits zwei sitzen. Sehr verwundert verweisen die Beiden auf den reichlich vorhandenen freien Platz. Der nackte Mann bleibt hartnäckig. Nach einer Weile aber versucht er sein Handtuch auf die darunter liegende Bank zu werfen. Es gelingt ihm nicht. Wieder und wieder wirft er das Handtuch, aber es macht, was es will. Es legt sich nicht auf die Saunabank. Enttäuscht verlässt der Mann die Sauna und sagt:„ Naja, muss ich es wohl später noch einmal versuchen.“ Versteckte Kamera?

 

Am Abend: Kultur! Wir besuchten die Buchlesung eines Helgoländer Autoren, der sich Carlo von Tiedemann an seine Seite gesetzt hat. Beide plauderten aus ihrem jeweiligen Leben, den Up und Downs. Sehr unterhaltsam und zum Nachdenken anregend. Kluge Gedanken, lustig verpackt.

Zum Beispiel: Es geht immer weiter, auch wenn du denkst, das schaffst du nicht.

 

Am 3. Tag nun endlich der Inselrundgang und die Begegnung mit den Lummen und der Langen Anna, diesem imposanten roten Felsen, der die Verbindung zur Insel verloren hat. Einzigartig! Wunderschön! Muss man gesehen haben! Ich hatte Tränchen in den Augen. Bei Tieren werde ich sowieso ganz weich, und wenn man diese Vögel aus 10 cm Abstand betrachten kann, ist das schon etwas sehr Spezielles. Sie heben ab und gleiten mit dem Wind auf Augenhöhe mit dir. Wann kann man so etwas schon mal sehen, wenn man nicht gerade ein Gleitflieger ist?

Am Vormittag erst hatte ich ein kleines Gezeitentief, will sagen, dass mir wieder etwas mulmig war wegen unserer Weiterfahrt auf der Nordsee. Diese Ebbe-Flut-Geschichte ist ein Teufelswerk und nicht für Thüringer Mädchen gemacht! Und nun am Nachmittag ein Freudenflash. Holger muss mit meinen Gefühlsschwankungen ganz schön was aushalten.

 

Am Ende des Tages: Knieperpizza. Knieperessen- noch so etwas, was zu Helgoland wohl irgendwie dazu gehört. Na gut, auf der Pizza war das ganz OK, aber ich muss zugeben, dass der Spezialnerv für Spezialitäten bei mir wohl eher schwach entwickelt ist.

 

Eins sollten Helgoland-Besucher auf gar keinen Fall verpassen: die Natur und die Robben auf der Düne. Das ist die sandige Schwesterinsel von Helgoland. Diese Tour mit einer kleinen schnellen Fähre haben wir uns auch noch gegönnt und wurden nicht enttäuscht. Robben sind an Land recht unspektakulär, aber liegen sie vor dir in riesigen Mengen und ohne ein Trenngitter, so ist das schon etwas Besonderes.

 

Am letzten Abend unseres Helgolandbesuches musste Holger mich noch 2 Stunden Gassi führen, damit ich nicht wieder in meine Panik vor der Weiterreise verfiel. Wir hatten uns schließlich eine lange Etappe vorgenommen mit Nachtfahrt. Das lies schon einigen Gedanken freien Lauf.

Unser Lauf führte uns noch einmal zu den von mir sehr geliebten Lummen und der Langen Anna bei Sonnenuntergang. Schön!

 

Trotz Holgers Strategie war die nachfolgende Nacht für mich wieder einmal fast schlaflos.

 

 

Nachtfahrten übers Meer - Ein paar Zwischengedanken

 

Wie ist das, wenn man bei Nacht übers Meer fährt? Zunächst einmal schön, wenn die Sonne untergeht. Ein Wow-Effekt! Sind wir nicht alle fasziniert vom Versinken der Sonne im Meer?

Da klickt der Fotoapparat, da wird es romantisch!

Dann plötzlich setzt die Erkenntnis ein, dass ziemlich schnell der Horizont und das Meer nur noch eins sind. Es gibt kein Oben und kein Unten mehr. Man sehnt sich nach hell leuchtenden Sternen und dem Mond, der einem ein wenig Licht schenkt.

In unserem Fall waren die beiden bisherigen Nachtfahrten sehr dunkel.

Man selbst wird ganz klein und merkt, dass man jetzt sein Schicksal annehmen muss, egal, was passiert. Das Rauschen der Wellen, das Blinken von Seezeichen, das Heulen des Windes- alles nimmt man verstärkt wahr. Entfernungen kann man nur bedingt einschätzen und was sich hinter manch einem Lichtlein verbirgt nur erahnen. Die Geräte werden dein Auge, dein Wegweiser, deine nahezu einzige Orientierung.

Und dann graut der Morgen. Die Freude über den Sonnenaufgang ist groß. Wann erleben wir in unserem Alltag Sonnenaufgänge? Deshalb sind sie mindestens genauso schön wie Sonnenuntergänge.

 

Eine Fahrt durch die Nacht ist anstrengend, aber auch unbeschreiblich beeindruckend!

Die zweite Hälfte der Eider, das Watt.

Schöne Landschaft, aber das Wasser floss uns davon!!!!

 

 

Friedrichstadt an der Eider

Hier kann man auch eine Grachtenfahrt machen

Enten auf der Eider

Begegnungen im NOK

In der Schleuse Kiel Holtenau, Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal

Ein Denkmal für das "Moin"

 

Willkommen im „MOIN“ Land!!!!!!!!!! 13.08.2017-18.08.2017

 

 

Unterwegs auf Kanal und Fluss

 

Ich weiß nicht, wo es genau anfing und auch nicht, wo es enden wird - das „Moin“-Land.

Aber wir sind auf jeden Fall mittendrin. Jeder begrüßt dich hier auf diese Art und Weise.

 

Seit ein paar Tagen ist unsere Aplysia ausschließlich Motorboot und wir fühlen uns wie auf einer Flusskreuzfahrt. Sehr erholsam!

Der Nord-Ostsee-Kanal bietet nicht so viel Aufregung, wie zuerst vermutet. Die Anzahl der Riesenschiffe hält sich doch in Grenzen und die Freizeitskipper bilden die Mehrzahl.

In einer schnuckeligen kleinen Marina bei Rendsburg haben wir angelegt, um zu übernachten.

Holger fand auch gleich einen neuen Freund zum Plaudern und aus dem Gespräch ergab sich der Plan, den NOK zu verlassen und die Eider entlang zu fahren, die am Eidersperrwerk in die Nordsee mündet. Alles hörte sich schick und einfach an.

 

Wer Parchim kennt, der kennt auch die Elde. Wer dort wohnt, ist wahrscheinlich auch schon mal in irgendeiner Form auf ihr entlang gefahren. Ja, und die Eider ist mit etwas mehr Tiefe und Breite damit durchaus vergleichbar. Natur pur: muhende Kühe ( auch Plantschkühe ), am Deich stehende Schafe, mit Schilf bewachsene Ufer, angelnde Menschen. Ach ja, außerdem Schleusen, deren Nutzung man hier bezahlt, und Hubbrücken.

Alles sehr bekannt.

Nach mehr als der Hälfte des Flusses muss man sich aber plötzlich mit dem Thema Gezeiten auseinandersetzen und das ist für Neulinge wie uns eine ernste Herausforderung. Man hört auch sehr viele kluge Tipps von verschiedenen Leuten um sich herum, aber manchmal widersprechen die

sich gewaltig. Somit sind wir jetzt auf unser eigenes Denken und Verstehen angewiesen. Was ist das Schlimmste, das uns passieren kann? Wir stecken fest und müssen auf die Flut warten……………………

 

Eine weitere Frage beschäftigt mich auch : Lebt die Eiderente wirklich an der Eider? Ich habe gestern Abend zwei Enten einer mir bisher unbekannten Art gefüttert. Nachdem ich mich bei

Dr. Google schlau gemacht habe, bin ich mir aber nicht mehr so sicher, ob das wirklich Eiderenten oder nur Enten von der Eider waren. Egal, wir hatten auf jeden Fall Spaß miteinander.

 

Und dann war er da: der Tag der ersten Begegnung mit den Gezeiten.

Wir hatten alles super geplant: die Abfahrt, die Ankunft, Hochwasser, Niedrigwasser...und uns doch komplett verplant. Das Wasser lief uns förmlich davon. Und so mussten wir zur Notlösung greifen: Friedrichstadt. Holger war bedient und bekam wieder Schwitzanfälle. Ich verfiel in einen Grübelanfall.

Die malerische Stadt Friedrichstadt, auch Klein Amsterdam genannt, konnten wir nur ansatzweise geniesen.

 

Und auch der zweite Tag unserer Planung gelang uns nicht wirklich. Wieder der Kampf gegen die Zeit.

Brückenöffnungen und Taucher in der Schleuse am Eidersperrwerk machten uns dann alles komplett zunichte. Wir waren wieder einmal Gefangene im Schlund des Flachwassers. Eigentlich wollten wir die Nacht dort abwarten, um mit dem Morgenhochwasser endlich in die Nordsee gespült zu werden. Aber der "freundliche" Eidersperrwerkschleusenmeister machte uns auf ziemlich uncharmante Weise klar, dass wir über Nacht nach Helgoland fahren müssten. Im ersten Moment ein böser Gedanke: die erste Berührung mit dem unbekannten Wasser und dann in einer mondlosen finsteren Nacht. Im Nachhinein sage ich "Danke!. Du liebes Schleusenmeisterlein hast uns eine schreckliche Nacht mit Leinen nachspannen an der schmutzigen Wand des Vorhafens am Eidersperrwerk erspart."

 

 

 

Fehmarn Belt Brücke

 

Ostsee ade!!!!!!!!!!! 10.08.2017-13.08.2017

 

Auf wiedersehen Barhöft hieß es um 8.30 Uhr. Die Verabschiedung von Marc, Wolfgang und Toni am Morgen war herzlich. Ein Winken und „Alles Gute!“ Wünschen.

 

Abends in Gedser (Dänemark) haben wir noch einmal leckere Barhöft - Scholle essen dürfen. Danke dafür.

Die Überfahrt dorthin hatte allerdings mit Segeln nicht viel zu tun. Wir mussten unter Motor laufen. Da wir nach Westen wollen und der Wind, so wie an diesem Tag, auch aus Westen kam, blieb uns nichts Anderes übrig.

Gedser selbst ist ein Ort der Durchreise. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

 

Von Gedser ging´s dann am nächsten Tag wieder zurück ins schöne Deutschland. Bis auf ein paar Regentropfen war es eine angenehme Überfahrt mit Halbraumwind. Ein Kurs, den unsere Aplysia sehr liebt. Dann legt sie sich mächtig ins Zeug und bringt uns gut voran.

Bei der Einfahrt in den Hafen von Heiligenhafen haben wir ein Schweinswalpaar gesichtet. Glücksmoment! Es gibt sie also doch in der Ostseee. Bisher hatten wir nur davon gehört.

Heiligenhafen selbst hat sich seit unserem 1. Besuch vor ein paar Jahren mächtig verändert. Viele neue Ferienhäuser um den Hafenbereich herum sind entstanden und auch das Hafenbecken kam uns noch größer vor.

Kurz nach dem Anlegen ein „freundlicher“ Empfang vom Nachbarboot „Take it easy“ (dt. „Nimm´s leicht): „Machen Sie Ihren Propeller (dt.Windrad) aus! Meine Frau stört das!“ Ja, passender Bootsname für Ihre Lebenseinstellung, haben wir gedacht. Wie es aber auch oft mit den ersten Eindrücken sein kann, sie können täuschen. Holger hat sich mit dem 86 Jahre alten Bootsbesitzer später noch sehr gut unterhalten und er hätte uns fast seinen Mercedes für unsere Shopping -Tour am nächsten Tag geborgt.

Übrigens habe ich abends noch mächtig gelacht und geheult. Im Open-Air-Kino lief der Film „Ziemlich beste Freunde“. Es ist genau der richtige Film für Tage, an denen die eigenen Gefühle sowieso schon Achterbahn fahren. Sehr zu empfehlen!

 

Nach einem weiteren Tag in Heiligenhafen, an dem wir uns ausgerüstet mit Bollerwagen und guten Laufschuhen auf Verpflegungstour begeben haben, ging es dann morgens um 5 nach 6 in Richtung Kiel. Wieder mit Westwind in Richtung Westen, das bedeutete wieder unter Motor. Diesmal mit etwas mehr Wind und unangenehmer Welle.

Unser Ziel die Schleuse in Kiel-Holtenau, um in den Nord-Ostsee-Kanal einzufahren. Hier trifft man auf mächtig dicke Pötte, mit denen man sich die Schleusenkammern teilen muss. Dafür ist die Schleusung momentan kostenfrei (Die Extraschleuse für Sportboote ist gesperrt.). Es war für uns eine spannende Angelegenheit, die sich auf den 2. Blick allerdings als relativ easy erwies. Mit dem Schließen des Schleusentors schließt sich für uns auch erst einmal das Kapitel Ostseesegeln.

 

Wir müssen uns neuen Herausforderungen stellen und uns dem Rhythmus der Gezeiten unterwerfen. Das ist etwas, worauf wir äußerst gespannt sind und was uns schon einige unruhige Nächte beschert hat.

Wir werden davon berichten.

 

Weiße Esel, schon mal gesehen????

Unsere Radtouren, schön!!!!

Wir haben uns einige dieser Orte mehrfach angeschaut

Der kleine Strand von Barhöft

Unser Liegeplatz für 16 Tage im Hafen von Barhöft

Wir verlassen Kröslin und fahren unter der Rügenbrücke in Richtung Barhöft, noch ist alles nach Plan

24.7.2017 - 10.08.2017

 

Barhöft- Und täglich grüßt das Murmeltier

 

Neben mir kriecht Holger zum gefühlt 100. Mal durch den Motorraum. Und trotzdem mit einem positiven Zeichen: Macht er heute die Klappe zu, ist alles wieder an Ort und Stelle; das Getriebe und der Ölkühler, unsere beiden Problemfelder.

 

Von vorn:

 

Am 24.07. haben wir Kröslin verlassen. Wir entschieden uns mangels Wind durch den Strelasund zu fahren. Segeln und Fahren unter Motor- beides ließ uns vorwärts kommen. Gegen Abend näherten wir uns dem Ziel, dem Hafen von Barhöft. Plötzlich brachte der Motor trotz Vollgas keine Leistung mehr. Holger schrie:„Jetzt segle!!!!“ und verschwand im Motorraum. Ich ahnte Böses, gehorchte aber wortlos. Wenig später brachte uns unser Maschinchen aber doch noch an die Kaimauer von Barhöft, wo schon der helfende Hafenmeister Toni auf uns wartete.

Monteur Benjamin erschien bereits am nächsten Tag. Zunächst schien es ein riesiges Problem zu werden ( vielleicht sogar ein neues Getriebe?? ). Später schien es nur noch ein kleineres zu sein: der Ausbau des Getriebes mit Wechsel des Simmerringes durch den Meister selbst. Der alte Ölkühler sollte auch gleich erneuert werden.

 

Nun haben wir hier viel Zeit verbracht, einerseits Mist, andererseits haben wir das Beste daraus gemacht. Sportlich haben wir uns wieder etwas aufgepeppt: Auf Radtouren und langen Spaziergängen erkundeten wir die Gegend rundherum. Einer unserer Lieblingswanderungen am Abend: der Besuch der Milchtankstelle Hess in Klausdorf           ( ca.5km vom Hafen entfernt ), um dort 1 Flasche frische Kuhmilch zu tanken. Der Mensch braucht eben doch immer ein Ziel, sei es auch noch so simpel!

 

Fazit: Eine Gegend, die sich noch nicht dem Touristenwahnsinn mancher Ostseebäder ergeben musste. Barhöft und die Orte rundherum sind etwas für Leute, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen. Die Fahrradwege sind super. Der kleine Strand neben dem Hafen lädt zum Verweilen ein.

Die einzige Plage hier: Mücken!!!

 

4.08.2017

Eigentlich wären wir heute schon weg, aber.........

 

…...das Getriebe wurde uns wieder weggenommen. Es ist zum Mäusemelken, aber der Funktionstest nach Wiedereinbau ergab, dass das Getriebe eben nicht funktioniert.

Nun also Plan B wie bitter für die Bordkasse: ein Austauschgetriebe wird eingebaut.

Wir ergeben uns der Notwendigkeit, denn schließlich wollen wir hier endlich weit weg.

 

9.08.2017

Eigentlich wollten unsere Segelfreunde Knut und Conni uns heute von der Hafenmole zuwinken aber………………..

 

……..das Getriebe kam eben nicht gestern und somit standen wir an besagter Stelle und winkten ihnen hinterher. Heute ist nun der Tag der Tage und das Objekt der Begierde ist endlich im Bauch von „Aplysia“ verbaut.

Wir waren hier sehr geduldig und hatten trotz der Probleme eine goldige Zeit mit netten Menschen um uns herum. Danke an die Fischer und Hafenmeister von Barhöft. Die lustigen Gespräche mit euch haben uns Freude bereitet und so manche eurer Geschichten wird uns unvergesslich sein.

Danke auch an Benjamin, dem Bootsmechaniker. Mit viel Ruhe und fachlicher Kompetenz hat er uns geholfen, auch wenn nicht alles gleich auf Anhieb klappte.

 

Morgen geht es los.Unseren nächsten Eintrag schreiben wir nun wirklich von einem anderen Ort. Und der liegt auf jedem Fall etwas weiter westlich.

 

 

 

23.07.2017

 

Wir sind an Bord

 

Seit gestern sind wir nun auf unserer Aplysia.

Das heimatliche Parchim hat uns mit Regen verabschiedet. Dicke Tropfen fielen auch, als wir alles zum Boot schleppten. Zum Glück hatten wir die helfenden Hände unseres Sohnes. 

Die Verabschiedung von allen und allem uns über Jahre ans Herz Gewachsene fiel nicht so leicht. Liebe Worte, das eine oder andere Prost und einige Notfallpakete wurden uns mitgegeben. Danke dafür!

Momentaner Stand: Holger versucht unser neues Funkgerät mit AIS Empfang zu knacken und ich lade im Schneckentempo noch Seekarten herunter.

Heute wurde uns ein Schutzengel überreicht. Er wird einen würdigen Platz erhalten und hoffentlich seinen Dienst tun. 

Wir sind positiv nervös. Gespannt auf all das, was da vor uns liegt. Morgen beginnt unsere Reise in Richtung Rügen.

 

10.05.2017

Aplysia liegt im Wasser

Hurra,

endlich wieder Wasser unterm Kiel!

Zum zweiten Mal in diesem Jahr liegt Aplysia nun wieder fest am Steg. 

Unerwartete Reparaturen der unangenehmen Art beschäftigen uns länger als geplant. Wir sagen aber: Besser jetzt als dann irgendwo unterwegs, denn der Plan ist nach wie vor, am 23 07.2017 abzulegen und Deutschland hinter uns zu lassen. Für wie lange??? Wer weiß!!!! Wohin genau??? Wer weiß!!!!

Diese Fragen hören wir nun immer wieder und können/wollen sie nicht beantworten. Hauptsache los und immer gen Westen und warm soll es sein.

 

Liebe Grüße 

 

Holger & Carmen

20.12.2016

Aplysia liegt in der Halle

Hallo ihr Lieben,

 

schön, dass ihr unsere Seite besucht.

Noch liegt unsere Aplysia im Winterlager, doch schon Mitte nächsten Jahres wollen wir los auf große Fahrt.

Hier halten wir euch immer auf dem Laufenden und freuen uns auch von euch zu hören.

 

Liebe Grüße 

 

Holger & Carmen